Mittwoch, 24. Juni 2009

Niedersachsen: Helden des Alltags

24. Juni 2009
Drei Preise für Zivilcourage

Hannover. Der niedersächsische Minister für Inneres, Sport und Integration Uwe Schünemann hat am Mittwoch die von Toto-Lotto Niedersachsen gestifteten und mit 5.000 Euro dotierten drei Preise für Zivilcourage vergeben.

"Wichtig ist, dass einer anfängt, zu helfen. Hierzu will ich die Menschen animieren. Eine Gesellschaft, der es an Zivilcourage mangelt, in der es keine Mitverantwortlichkeit für den anderen gibt und in der nur der eigene Vorteil zählt, verliert ihre Zukunftsfähigkeit. Deshalb ist es wichtig, der Zivilcourage ein Forum zu bieten," sagte der Minister bei der Preisverleihung, die im Rahmen des Sommerfestes von Toto-Lotto Niedersachsen im Restaurant "12 Apostel" in Hannover stattgefunden hat.

Schünemann weiter: "Der niedersächsische Preis für Zivilcourage ist ein sichtbares und deutlich wahrnehmbares Zeichen dafür, dass Zivilcourage erwünscht ist und gefördert wird. Die Ehrung der Helfer ist ein entscheidender Beitrag zum Abbau von Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und Desinteresse am Schicksal des Nächsten."

Die Preisträger wurden von der Jury unter 23 Vorschlägen ausgewählt.
Es handelt es sich um Thomas Dachsel aus Artlenburg, der im Juni vergangenen Jahres im Artlenburger Yachthafen zwei Mädchen im Alter von sechs und zwölf Jahren vor dem Ertrinken gerettet hat; Jutta Alexandra Brennecke aus Laatzen, die im Juli vergangenen Jahres in selbstloser Weise einen Radfahrer versorgt hat, der nach einem brutalen Angriff schwer gestürzt war und mit ihrer Beobachtungsgabe dazu beigetragen hat, dass der Täter anschließend festgenommen werden konnte; Dirck Jonach aus Winningen (Mosel) und Peter Christ aus Leiningen (Hunsrück), die im November vergangenen Jahres gemeinschaftlich einer 80-jährigen Frau aus Göttingen zu Hilfe gekommen sind, die einem Handtaschenraub zum Opfer gefallen war.

Donnerstag, 16. April 2009

Plus für Plus

16. April 2009
Dann auch noch eine Flasche Rotwein

Neulich in einem Plus-Markt in Wilhelmshaven - weil: Mein Lexmark-Drucker funktioniert ein gutes Jahr nach dem Kauf nicht mehr. Ist aber noch Garantie drauf. Sagt ein Mitarbeiter: „Nach sechs Wochen sind wir dafür nicht mehr zuständig. Aber in der Gebrauchsanweisung Ihres Druckers ist eine Hotline angegeben.“

Stimmt. „Gibt´s ein Problem?“ werde ich in dieser Gebrauchsanweisung gefragt. Gibt es: Mein Drucker hat seinen Namen nicht mehr verdient. Weiter unten steht; „Tel. Deutschland: 0180/55 12 511. Mo bis Fr zwischen 9 und 18 Uhr (0,12 €/Min.) Ich wähle die Nummer. Geht hoffentlich schnell. Ist ja nicht gerade billig der Anruf. Meldet sich eine Bandstimme, die mir erst einmal erzählt, wo ich gelandet bin, und nach etwa einer Minute vorschlägt: Haben Sie ein…Problem, drücken Sie die 1, haben Sie ein…Problem, drücken Sie die 2...“ Endlich erreicht die Bandstimme die „3“. Die ist richtig.

Meldet sich eine Männerstimme. Die nennt Firma und Namen so langatmig, als wolle sie Zeit schinden, und fragt dann doch noch: „Was kann ich für Sie tun?“ Zwei Minuten sind herum. 24 Cent. Ich nenne dem Mitarbeiter das Problem. Er fragt: „Sind Sie gerade am PC?“ Das bestätige ich. Nun folgen Anweisungen für Rechts- und Links-Klicks, dann soll ich noch Norton tillen und Firewall minimieren. Mache ich. Mein Notebook protestiert: „Es gibt Sicherheitsprobleme. Bitte sofort beheben.“ Aber: Erst einmal soll mein Drucker wieder seinen Namen verdienen. Zehn Minuten sind herum. 1,20 Euro. Dann 14 Minuten. Mein Drucker bleibt stur. Er funktioniert nicht.

Ich werde ein wenig ungeduldig, frage die Männerstimme, ob ich ein neues Gerät bekomme. Dafür sei er nicht zuständig, bedauert der Lexmark-Hotliner und sackt weitere 12 Cent ein. Ich verabschiede mich. Doch er lässt mich nicht. Ich müsse mir erst noch den Code für dieses Gespräch notieren und ihm die Gerätenummer meines Druckers mitteilen. Dann will er auch noch meinen Namen und meine Anschrift wissen. Mir reicht es. 16 Minuten sind vergangen. 1,92 €.

Wieder im Plus-Markt: Ich berichte dem Filialleiter von dem Gespräch. „Bringen Sie den Drucker vorbei“, sagt er. „Sie bekommen Ihr Geld zurück.“ Bekomme ich. 49 Euro. Und wegen der Telefonkosten für den Anruf bei Lexmark schenkt er mit eine Flasche Rotwein. Amselkeller. 1,89 €.

Fest steht: Ich kaufe mir nie wieder einen Drucker von Lexmark. Im Plus-Markt kaufe ich weiter gern ein.