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Montag, 12. Oktober 2015

Flüchtlingen helfen

FreiWilligenBörse freigeschaltet

Hannover. Die „FreiwilligenBörse" für die Flüchtlingshilfe in Niedersachsen ist on: Die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt hat heute bei einer Pressekonferenz in Hannover das neue Angebot des Landes Niedersachsens freigeschaltet. Auf www.freiwilligenserver.de können Hilfsorganisationen, Verbände, Vereine und Erstaufnahmeeinrichtungen, Kommunen und Notunterkünfte veröffentlichen, in denen schnell Hilfe gebraucht wird - Bürgerinnen und Bürger erfahren, wo sie in ihrer Nähe aktiv werden können.

„Ich bin beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft der niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger ist, sie packen in Notunterkünften mit an oder bringen in ihrer Freizeit Flüchtlingen die ersten deutschen Worte und Sätze bei", sagte Ministerin Rundt bei einem Gespräch mit Helferinnen und Helfern im Sozialministerium: „Die Freiwilligen beweisen, dass das von dieser Landesregierung initiierte Leitbild der Willkommenskultur nicht nur ein großes Wort ist, sondern dass es tatsächlich gelebt wird und den Worten Taten folgen." 

 Es habe sich indes immer wieder gezeigt, dass hilfsbereite Menschen nicht wirklich an den Ort geleitet werden, wo ihre Hilfe benötigt werde - das habe nicht selten zu Ernüchterung oder Frust geführt. Cornelia Rundt: „Mit der FreiwilligenBörse werden nun die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger und der Hilfsbedarf der Hilfsorganisationen auf einer landesweiten Plattform zusammengeführt - mit diesem Tool soll die große Hilfsbereitschaft kanalisiert und für alle Beteiligten übersichtlicher organisiert werden."

Die auch für Migrationsprojekte und Freiwilligendienste zuständige Sozialministerin rief Verbände, Vereine, Initiativen, Kommunen und Flüchtlingsunterkünfte auf, dieses Angebot zu nutzen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger wies Sie darauf hin, dass sie auf der Homepage www.freiwilligenserver.de nicht nur die FreiwilligenBörse finden, sondern auch viele weitere Informationen zum freiwilligen Einsatz, wie etwa zur Ehrenamtskarte oder zu Rechts- und Versicherungsfragen. Außerdem sind dort alle wichtigen Kontakte zu den Freiwilligenagenturen, zu kommunalen Ansprechpartnerinnen und -partnern sowie zu den Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe in der Nähe des jeweiligen Wohnortes zu finden.

Ministerin Cornelia Rundt betonte beim Start der FreiwilligenBörse auch, dass unabhängig von der Diskussion über die Gesamtzahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge jeder einzelne in den niedersächsischen Städten und Landkreisen eintreffende Flüchtling aufgrund seines besonderen Schicksals unsere Unterstützung verdient habe. 

„Wir können uns kaum ausmalen, was etliche dieser Flüchtlinge vor und auf der Flucht an körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt und an lebensbedrohlichen Situationen erlebt haben. Angehörige und Freunde sind an ihrer Seite gestorben. Es geht bei der Aufnahme dieser Menschen, die bei uns Zuflucht finden, nicht nur um eine logistische Herausforderung. Es geht insbesondere auch darum, sich diesen Einzelschicksalen zu widmen und ihnen auf sie zugeschnittene Hilfe und Zuwendung zukommen zu lassen. Diese humanitäre Aufgabe wäre ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht zu erreichen. Sie nehmen sich Zeit für Flüchtlinge, sie spüren ihre Bedarfe auf und gehen mitunter bis an die Grenzen des Leistbaren, um zu helfen." Die große Hilfsbereitschaft werde sich auch langfristig auszahlen, so Rundt, „denn viele der Menschen, die jetzt zu uns kommen, werden bei uns bleiben und zu Mitbürgerinnen und Mitbürgern werden. Sie werden sich stets daran erinnern, wie sie hier aufgenommen wurden - und werden das ihnen zugute gekommene Engagement nicht vergessen".

Die über ganz Niedersachsen verteilten Freiwilligenagenturen, Migrationsberatungen und Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe werden aus dem Landeshaushalt gefördert. Über den diese Woche im Landtag zur Abstimmung stehenden Flüchtlings-Nachtragshaushalt sollen weitere sechs Millionen Euro für Flüchtlingssozialarbeit, die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sowie die psychosoziale Betreuung traumatisierter Flüchtlinge bereitgestellt werden.

Donnerstag, 3. Februar 2011

10 Prozent mehr

3. Februar 2011
Niedersachsen: 2,8 Millionen Ehrenamtliche

Hannover. Ministerpräsident David McAllister hat heute gemeinsam mit dem Forschungsleiter von tns infratest München, Dr. Thomas Gensicke, eine Landesstudie zur Entwicklung des ehrenamtlichen Engagements in Niedersachsen vorgestellt. „In Niedersachsen sind 2,8 Millionen Menschen bürgerschaftlich aktiv. Das sind 41 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren. Im Vergleich zur ersten Erhebung 1999 ist das ein Plus von zehn Prozentpunkten. Einen vergleichbaren Anstieg hat es in keinem anderen Bundesland gegeben", sagte der Ministerpräsident.


Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement weiter zu verbessern. Beispielhaft nannte der Ministerpräsident den eingerichteten „Freiwilligenserver", einen verbesserten Versicherungsschutz für Ehrenamtliche, den Niedersachsenpreis für bürgerschaftliches Engagement, die landesweite Ehrenamtskarte sowie die Möglichkeit für Ehrenamtliche, sich einen Kompetenznachweis in Form einer Urkunde ausstellen zu lassen, um erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Qualifikationen zu dokumentieren.

Die Studie „Zivilgesellschaft und freiwilliges Engagement in Niedersachsen 1999-2004-2009" war im Dezember 2010 von der Niedersächsischen Staatskanzlei in Auftrag gegeben worden. Die Studie liefert wichtige Ansatzpunkte, um die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt weiter zu verbessern und die bisherige Erfolgsgeschichte fortsetzen zu können. „Unter anderem brauchen wir eine „Kultur der Anerkennung" des ehrenamtlichen Engagements. Dazu müssen wir die Engagierten weiterhin auf vielfältige Weise unterstützen", sagte David McAllister.