Dienstag, 30. August 2016

Helden-E-shop

Geschichten über die Wende, über einen
Spitzbuben, über ein Mädchen, das an
Alice Schwarzer schreibt, über Gott
und einen Psychoverein.
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Intro

Gewidmet: den Heldinnen und Helden des Alltags

Der Bundespräsident empfängt sie, die Bundeskanzlerin empfängt sie, in den Medien tauchen sie gehäuft in der Weihnachtszeit auf, manche bekommen sogar einen Orden, dann verliert man sie wieder aus den Augen - bis zum nächsten Mal.

Diesen Menschen ist dieses blog gewidmet. Menschen, die sich beruflich oder privat für die Andere und den Anderen einsetzen, die Einfallsreichtum beweisen, wenn es um die Beseitigung von Problemen geht, die nicht lange fragen, sondern handeln, die nicht resignieren, die nicht im Schmollwinkel verschwinden, weil: "Die Welt ist ja so schlecht."

Ist sie nicht - und das verdanken wir auch ihnen.

Meister des deutschen Schwachsinns
Bekommt bei Facebook die richtige Antwort

Flüchtlingen helfen
FreiwilligenBörse freigeschaltet

Sie hilft Behinderten in Nicaragua
Katharina Pförtner

14-Jährige erfinden Navibil für Rollstuhlfahrer
Marie und Sophie aus Koblenz

In 15 Minuten Augenlicht retten
Heiko Philippin für CBM

Wunder gibt es immer wieder
Ernst Jakob Christoffel

Impressum

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel
tjadenheinzpeter@live.de

v. i. S. d. P.

Heinz-Peter Tjaden schreibt auch für www.burgdorferkreisblatt.de und www.regionhannover.website Seine Bücher erscheinen bei www.lulu.com und sind auch bei Amazon und Hugendubel erhältlich.

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Montag, 18. April 2016

Spendenrekord

Hilfsbereitschaft ist sehr groß

Hannover. Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, freut sich über die außerordentliche Spendenbereitschaft in Deutschland, von der in beson­derem Maße auch die Flüchtlinge profitieren. Laut einer Studie des Deutschen Zentralinsti­tuts für soziale Fragen (DZI) wurde in Deutschland im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von fast sieben Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet. Gegenüber 2014 war dies ein Zuwachs um 4,1 Prozent. Zu dem Spendenrekord beigetragen haben besonders 117 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe und 116 Millionen Euro für die Opfer des schweren Erdbebens in Nepal.

Einerseits gebe es das große ehrenamtliche Engagement, das viele Hundertausende Helfe­rinnen und Helfer in Niedersachsen und ganz Deutschland unter Beweis gestellt haben, sagte Schröder-Köpf. Im konkreten Fall schlage sich die Empathie der Menschen nun aber auch in dieser nie dagewesenen Spendenbereitschaft nieder. „In der Hoffnung, dass dieser überwältigende Spendeneifer auch im Jahr 2016 anhält, spreche ich allen Spenderinnen und Spender meinen herzlichen Dank aus", so Schröder-Köpf. 

Montag, 12. Oktober 2015

Flüchtlingen helfen

FreiWilligenBörse freigeschaltet

Hannover. Die „FreiwilligenBörse" für die Flüchtlingshilfe in Niedersachsen ist on: Die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt hat heute bei einer Pressekonferenz in Hannover das neue Angebot des Landes Niedersachsens freigeschaltet. Auf www.freiwilligenserver.de können Hilfsorganisationen, Verbände, Vereine und Erstaufnahmeeinrichtungen, Kommunen und Notunterkünfte veröffentlichen, in denen schnell Hilfe gebraucht wird - Bürgerinnen und Bürger erfahren, wo sie in ihrer Nähe aktiv werden können.

„Ich bin beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft der niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger ist, sie packen in Notunterkünften mit an oder bringen in ihrer Freizeit Flüchtlingen die ersten deutschen Worte und Sätze bei", sagte Ministerin Rundt bei einem Gespräch mit Helferinnen und Helfern im Sozialministerium: „Die Freiwilligen beweisen, dass das von dieser Landesregierung initiierte Leitbild der Willkommenskultur nicht nur ein großes Wort ist, sondern dass es tatsächlich gelebt wird und den Worten Taten folgen." 

 Es habe sich indes immer wieder gezeigt, dass hilfsbereite Menschen nicht wirklich an den Ort geleitet werden, wo ihre Hilfe benötigt werde - das habe nicht selten zu Ernüchterung oder Frust geführt. Cornelia Rundt: „Mit der FreiwilligenBörse werden nun die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger und der Hilfsbedarf der Hilfsorganisationen auf einer landesweiten Plattform zusammengeführt - mit diesem Tool soll die große Hilfsbereitschaft kanalisiert und für alle Beteiligten übersichtlicher organisiert werden."

Die auch für Migrationsprojekte und Freiwilligendienste zuständige Sozialministerin rief Verbände, Vereine, Initiativen, Kommunen und Flüchtlingsunterkünfte auf, dieses Angebot zu nutzen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger wies Sie darauf hin, dass sie auf der Homepage www.freiwilligenserver.de nicht nur die FreiwilligenBörse finden, sondern auch viele weitere Informationen zum freiwilligen Einsatz, wie etwa zur Ehrenamtskarte oder zu Rechts- und Versicherungsfragen. Außerdem sind dort alle wichtigen Kontakte zu den Freiwilligenagenturen, zu kommunalen Ansprechpartnerinnen und -partnern sowie zu den Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe in der Nähe des jeweiligen Wohnortes zu finden.

Ministerin Cornelia Rundt betonte beim Start der FreiwilligenBörse auch, dass unabhängig von der Diskussion über die Gesamtzahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge jeder einzelne in den niedersächsischen Städten und Landkreisen eintreffende Flüchtling aufgrund seines besonderen Schicksals unsere Unterstützung verdient habe. 

„Wir können uns kaum ausmalen, was etliche dieser Flüchtlinge vor und auf der Flucht an körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt und an lebensbedrohlichen Situationen erlebt haben. Angehörige und Freunde sind an ihrer Seite gestorben. Es geht bei der Aufnahme dieser Menschen, die bei uns Zuflucht finden, nicht nur um eine logistische Herausforderung. Es geht insbesondere auch darum, sich diesen Einzelschicksalen zu widmen und ihnen auf sie zugeschnittene Hilfe und Zuwendung zukommen zu lassen. Diese humanitäre Aufgabe wäre ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht zu erreichen. Sie nehmen sich Zeit für Flüchtlinge, sie spüren ihre Bedarfe auf und gehen mitunter bis an die Grenzen des Leistbaren, um zu helfen." Die große Hilfsbereitschaft werde sich auch langfristig auszahlen, so Rundt, „denn viele der Menschen, die jetzt zu uns kommen, werden bei uns bleiben und zu Mitbürgerinnen und Mitbürgern werden. Sie werden sich stets daran erinnern, wie sie hier aufgenommen wurden - und werden das ihnen zugute gekommene Engagement nicht vergessen".

Die über ganz Niedersachsen verteilten Freiwilligenagenturen, Migrationsberatungen und Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe werden aus dem Landeshaushalt gefördert. Über den diese Woche im Landtag zur Abstimmung stehenden Flüchtlings-Nachtragshaushalt sollen weitere sechs Millionen Euro für Flüchtlingssozialarbeit, die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sowie die psychosoziale Betreuung traumatisierter Flüchtlinge bereitgestellt werden.

Montag, 6. April 2015

Tapfere Schneider

Falsche Tasten getroffen.






















Computertastatur wegnehmen

Diesen Brief hat sich die Geschäftsführerin Barbara Schneider nicht gefallen lassen, sie hat sich eine Veröffentlichung bei Facebook einfallen lassen - die geteilt werden soll. Was nun viele tun. Ihre Bäckerei ist seit 30 Jahren mit einem Verkaufswagen unterwegs, versorgt Rentnerinnen und Rentner, die nicht mehr gut zu Fuß sind, auch eine kleine Plauderei gehört zum Service.

In ihrer Antwort gibt Barbara Schneider dem Meister des deutschen Schwachsinns Contra. Der Verkaufswagen werde weiter rollen. Mit Glocke. Sonst fängt dieser Bürohengst auch noch das Wiehern an, wenn sich diese Anwohner über Kirchenglocken beschweren. Was naheliegend wäre. Denn Verkaufswagen und Kirchen haben die gleiche Zielgruppe...

Dem Meister des deutschen Schwachsinns sollte man den Gebrauch einer Computertastatur untersagen. Der trifft sonst noch häufiger die falschen Tasten.

Dienstag, 23. Juli 2013

Fluthelfer

Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am (heutigen) Dienstag beschlossen, den Hochwasserfluthelferinnen und -helfern, die Anfang Juni in Niedersachsen Hilfe geleistet haben, eine Medaille zu stiften, um deren großen Einsatz zu würdigen.

Bekommen für tollen Einsatz eine Medaille

„Allen Helferinnen und Helfern der Feuerwehren, Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerks, den Soldatinnen und den Soldaten des Bundes sowie den Polizistinnen und Polizisten gilt der Dank der Landesregierung. Alle Beteiligten haben einen richtig guten Job gemacht", so Innenminister Pistorius.

Darin bezog die Landesregierung ausdrücklich alle Einsatzkräfte - auch Freiwillige - mit ein, die während der Hochwasserlagen im Mai und Juni 2013 Gefahren und Schäden von den Einwohnern in Niedersachsen ferngehalten haben. Bereits Ende Mai führten Unwetterlagen zu sehr starken Regenfällen (bis zu 90 Liter pro Quadratmeter). Diese Regenfälle bescherten auch dem südlichen Niedersachsen anschwellende Pegelstände in den Flusseinzugsgebieten von Weser, Leine, Oker und Aller. Es kam daher Ende Mai zu Hochwasserereignissen, die zwar keinen Katastrophenfall ausgelöst haben, aber zu einer Vielzahl von örtlichen Einsätzen führten.

Während der Hochwasserlage in den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, hier war der Katastrophenfall festgestellt worden, und in anderen Bereichen Niedersachsens haben etwa 20.000 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte sowie freiwillige Helferinnen und Helfer großartige Leistungen im Einsatz gegen das Hochwasser, beim Kampf um die Deiche und im Rahmen der Hilfe für die Menschen in den gefährdeten Gebieten vollbracht. Sowohl vom Umfang als auch von der Intensität der Hilfsleistungen her ging dieses vielfältige Engagement weit über das hinaus, was Menschen im gewöhnlichen Alltag abverlangt wird.

Wie schon anlässlich der Sturmflutkatastrophe im Jahre 1962, der Waldbrandkatastrophe im Jahr 1975 und der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 wird die Landesregierung damit eine besondere anlassbezogene formelle Landesauszeichnung in Form einer Medaille stiften. Diese Medaille wird die Bezeichnung „Hochwasser-Medaille 2013 des Landes Niedersachsen" tragen.

Freitag, 14. Juni 2013

Tolle Lotsen

Helfen, wo sie nur können

Hannover. Sie begleiten Neuzugewanderte bei Behördengängen, informieren Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Ausbildung oder führen Eltern mit Migrationshintergrund an das hiesige Schulsystem heran: Nahezu 1.800 niedersächsische Integrationslotsinnen und -lotsen helfen neu zugewanderten Menschen oder schon länger hier lebenden Migrantinnen und Migranten dabei, sich in der niedersächsischen Gesellschaft zurecht zu finden.

Niedersachsens Sozialstaatssekretär Jörg Röhmann: „Integrationslotsinnen und -lotsen unterstützen ehrenamtlich andere Menschen dabei, bei uns anzukommen und Fuß zu fassen. Das ist gelebte Integration." Rund 80 besonders engagierte Frauen und Männern hat er heute bei einem feierlichen Empfang im Gästehaus der Landesregierung für ihren herausragenden Einsatz gedankt und ihnen die Urkunden „Engagiert in Niedersachsen" überreicht.

Integrationslotsinnen und -lotsen mit und ohne eigenen Migrationshintergrund ergänzen das professionelle Angebot der sozialen Fachkräfte. Das Land fördert die Qualifizierungsmaßnahmen der Lotsinnen und Lotsen jährlich mit bis zu 245.000 Euro. Wer Lotsin oder Lotse werden möchte, kann sich hier informieren.

Dienstag, 31. Juli 2012

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Kind gerettet

Ministerpräsident McAllister zeichnet Erzieherin Ina König mit Rettungsmedaille aus

Hannover - 31. Juli 2012 (tj). Diese Rettungsmedaille verleiht das Land Niedersachsen nur fünf- oder sechsmal im Jahr: Ministerpräsident David McAllister hat die Erzieherin Ina König ausgezeichnet. Bei einem Ausflug mit ihrer Kindergartengruppe fiel am 9. Juli 2012 ein kleiner Junge im Osterwald in einen ehemaligen Bergwerksschacht, der mit Wasser gefüllt war. Ohne lange nachzudenken, sprang sie hinterher und rettete so diesem Kind das Leben.

Die Auszeichnung überreichte der Ministerpräsident im Kindergarten Sankt Nicolai in Oldendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont): „Von dem tapferen Verhalten von Frau Ina König war ich so beeindruckt, dass ich sie unbedingt selbst kennenlernen und persönlich im Namen des Landes ehren wollte. Dies ist ein besonders bemerkenswertes Beispiel von Mut und Zivilcourage und beispielhaftem, selbstlosem Einsatz."

Donnerstag, 3. Februar 2011

10 Prozent mehr

3. Februar 2011
Niedersachsen: 2,8 Millionen Ehrenamtliche

Hannover. Ministerpräsident David McAllister hat heute gemeinsam mit dem Forschungsleiter von tns infratest München, Dr. Thomas Gensicke, eine Landesstudie zur Entwicklung des ehrenamtlichen Engagements in Niedersachsen vorgestellt. „In Niedersachsen sind 2,8 Millionen Menschen bürgerschaftlich aktiv. Das sind 41 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren. Im Vergleich zur ersten Erhebung 1999 ist das ein Plus von zehn Prozentpunkten. Einen vergleichbaren Anstieg hat es in keinem anderen Bundesland gegeben", sagte der Ministerpräsident.


Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement weiter zu verbessern. Beispielhaft nannte der Ministerpräsident den eingerichteten „Freiwilligenserver", einen verbesserten Versicherungsschutz für Ehrenamtliche, den Niedersachsenpreis für bürgerschaftliches Engagement, die landesweite Ehrenamtskarte sowie die Möglichkeit für Ehrenamtliche, sich einen Kompetenznachweis in Form einer Urkunde ausstellen zu lassen, um erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Qualifikationen zu dokumentieren.

Die Studie „Zivilgesellschaft und freiwilliges Engagement in Niedersachsen 1999-2004-2009" war im Dezember 2010 von der Niedersächsischen Staatskanzlei in Auftrag gegeben worden. Die Studie liefert wichtige Ansatzpunkte, um die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt weiter zu verbessern und die bisherige Erfolgsgeschichte fortsetzen zu können. „Unter anderem brauchen wir eine „Kultur der Anerkennung" des ehrenamtlichen Engagements. Dazu müssen wir die Engagierten weiterhin auf vielfältige Weise unterstützen", sagte David McAllister.

Sonntag, 30. Januar 2011

Heil Hitler selbst

30. Januar 2011
Meine Großmutter und die Nazis

Viele Jahre lang haben meine Eltern mit meiner Großmutter eine Wohnung oder ein Haus geteilt. Nach Schulschluss führte unser erster Kinder-Weg in die Küche meiner Oma. Die konnte kochen! Zauberte sogar noch aus Resten kulinarische Köstlichkeiten.

Mein Vater dagegen hatte als Kind eine andere Meinung über die Kochkünste seiner Mutter. Er nörgelte sogar in jede Milchsuppe, weil die nie so schmeckte wie "im Schullandheim". Bis meiner Oma die Suppe anbrannte. Mein Vater löffelte begeistert, endlich schmeckte die Suppe wie "im Schullandheim"...

Als Adolf Hitler die Macht an sich riss, war mein Vater acht Jahre alt - und nach Auskunft seiner Mutter fortan dermaßen krank, dass er für die Hitlerjugend gänzlich ungeeignet war. Meine Oma hielt nichts von den Nazis. Das verschwieg sie auch ihrem Abteilungsleiter in der Wilhelmshavener Werft nicht.

Als der nach der Machtergreifung sagte "Marie, ab heute heißt es nicht mehr Guten Morgen, sondern Heil Hitler", antwortete sie: "Den kannst du ganz allein heilen." Der Abteilungsleiter drückte beide Augen zu, schwärzte meine Oma nicht an.

Wenn sie eine Meinung hatte, dann hatte meine Großmutter eine Meinung. Wie an ihrem letzten Schultag. Da sie ihr Zeugnis ungerecht fand, zerriss sie es und warf die Fetzen dem Schuldirektor vor die Füße.

Dann war Hitler wieder weg, hatte die Welt in Schutt und Asche gelegt, Nazis verbuddelten alles, was an ihre braune Vergangenheit erinnerte, im Garten. Doch dann kam die Erinnerung wieder. Als ein Vorgesetzter meinen Vater um einen Gartenzwerg für seinen Garten bat, machte er sich an die heimliche Arbeit, wickelte den Zwerg ein und stellte ihn vor die Bürotür seines Vorgesetzten.

Der kam am nächsten Tag entrüstet in die Werkstatt meines Vaters. "Das kannst du doch nicht machen", sagte er. Was aber hatte mein Vater getan? Er hatte für diesen dermaleinst glühenden Faschisten einen Gartenzwerg hergestellt, der die Hitler-Frisur und den Hitler-Bart hatte, auf der Harke stand "Der Führer bei der Gartenarbeit".

Dienstag, 18. Januar 2011

Eine Mutter aus Wien

18. Januar 2011
Bekommt Hilfe im Facebook

Bei Facebook tummeln sich überwiegend Flachpfeifen, die dumme Kommentare hinterlassen? Die ihre virtuellen Freunde im Stich lassen, wenn sie Hilfe brauchen? Wie jüngst geschehen, als eine Frau ihren Selbstmord ankündigte, verhöhnt wurde und ihren schrecklichen Vorsatz in die Tat umsetzte?


Einmal abgesehen davon,dass auch reale Freunde nicht immer zu einem halten und oft das Sprichwort gilt "In der Not gehen 1000 Freunde auf ein Lot", erlebt jetzt eine fünffache Mutter aus Wien Hilfsbereitschaft, die sie im Facebook jubeln lässt.

Vor kurzer Zeit sendete sie einen Hilferuf in die virtuelle Welt. Sie könne sich keinen Anwalt leisten, berichtete sie, habe aber am 24. Januar eine schwere Verhandlung vor sich, müsse mit Kosten rechnen, weil ihr staatliche Unterstützung versagt worden sei.

Für jedes ihrer Kinder bat sie um einen Euro. Für Spenden gab sie eine Bankverbindung an. Die sind nun auf dem Überweisungsweg. Die spannende Frage lautet: Wie hoch wird die Spendensumme?

Heute hat diese Mutter ins Facebook geschrieben: "Ihr seid die wahren Helden!" Die nun alle für den 24. Januar die Daumen drücken. Vielleicht endet ein zweijähriger Kampf doch noch mit einem Happy End.

Weitere Informationen über Tjadenheinzpeter@aol.com

Freitag, 7. Januar 2011

Vater aus Sachsen

7. Januar 2011
Sohn reißt aus - steht vor der Tür

Ein Vater verliert seine Kinder - sie kommen in ein Heim. Der 51-Jährige nimmt den Kampf gegen die Behörden auf. Wie sich solch ein Kampf gestalten kann, wissen viele Betroffene. Viele Jugendämter verdrehen die Tatsachen, die meisten Gutachten sind fehlerhaft, so manches Familiengericht urteilt willkürlich. Sind die Kinder erst einmal weg, geschieht allzu oft Haarsträubendes. Immer wieder berichten Medien über solche Fälle. Im Internet wimmelt es von Erfahrungsberichten.

Eines Nachts im Jahre 2005: Einer der Söhne des 51-Jährigen ist aus dem Heim ausgerissen, steht vor der Wohnungstür seines Vaters. Der versteckt den Zehnjährigen. Er führt die Polizei an der Nase herum. Das wird ihm später zum Vorwurf gemacht.

Aber: Was hätte dieser Vater tun sollen? Zum Jugendamt gehen? Das hätte ihm seinen Sohn mit großer Wahrscheinlichkeit gleich wieder weggenommen.

Sechs Wochen hat das Versteckspiel gedauert. 2007 wird der Vater zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt will mehr. Geht in  Berufung. Der 51-Jährige taucht unter.

Fünfeinhalb Jahre später wird diesem Vater erneut der Prozess gemacht. In Handschellen wird er in den Gerichtssaal geführt. Wie ein Schwerverbrecher. Doch: Was hat dieser Vater eigentlich verbrochen?

Angezeigt worden ist dieser 51-Jährige angeblich von einem Jugendamtsmitarbeiter. Schon Hoffmann von Fallersleben war sicher: "Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant"...

Erfahrungsberichte

Freitag, 28. Mai 2010

Junge Ehrenamtliche

28. Mai 2010
Sie helfen anderen

Hannover. Beim traditionellen Sommerfest für ehrenamtlich tätige Jugendliche dankte der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff den jungen Gästen für ihren ehrenamtlichen Einsatz: „Dieses Fest ist ein kleines Dankeschön für großen Einsatz in der Kirchengemeinde, im Sportverein und in den vielen anderen Jugendverbänden, in denen Ihr Euch engagiert. Mit Eurem Einsatz seid ihr Vorbild für andere. Macht weiter so und noch einmal ganz herzlichen Dank für Euer großes Engagement!"

Über 170 Jugendliche, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen der Jugendarbeit ehrenamtlich einsetzen, feierten im Gästehaus der Landesregierung bei einem bunten Kulturprogramm und sprachen mit Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung über ihre Wünsche und Probleme.

Neben Abgeordneten aus allen im Landtag vertretenen Parteien waren in diesem Jahr die Ministerinnen Astrid Grotelüschen und Aygül Özkan sowie die Minister Bernd Althusmann, Hartmut Möllring und Uwe Schünemann anwesend.

Wulff dankte auch dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesjugendrings Niedersachsen und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung für die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation des Sommerfestes: „Mit Ihrer Hilfe wird unser Fest jedes Mal zu einem ganz besonderen Ereignis, an das sich alle immer wieder gern erinnern!"

Hintergrund: Niedersachsen ist Spitze beim freiwilligen Einsatz, 2,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen sind unentgeltlich in ihrer Freizeit beschäftigt. Das sind 41 Prozent aller Niedersachsen ab 14 Jahren. Niedersachsen liegt damit, gemeinsam mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, auf Platz eins. 50.000 junge Menschen sind in der Jugendarbeit ehrenamtlich aktiv.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Schule ohne Rassismus

25. Februar 2010
Schule aus Dörverden ausgezeichnet

Hannover. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann hat am Donnerstag die Haupt- und Realschule Dörverden als 100. Schule in Niedersachsen mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet. Nur in Nordrhein-Westfalen gibt es mehr Schulen mit dieser Auszeichnung. Bundesweit sind es über 680.

Kultusministerin Heister-Neumann: "Diese Auszeichnung steht für eine freiwillige Verpflichtung. Die Schulen können damit ein Zeichen setzen. Ich freue mich, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich so engagiert für Demokratie und gegen Rassismus einsetzen." Insbesondere die von den Schülerinnen und Schülern organisierte Ausstellung "131 gute Gründe gegen Rechts" zeige, wie intensiv sich die jungen Menschen für das Thema engagieren.

Die Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" will Schulen ermutigen, sich mit den verschiedenen Formen der Diskriminierung auseinanderzusetzen und für ein Klima der Integration und Zivilcourage im schulischen Alltag zu sorgen.

Montag, 8. Februar 2010

Schülerfriedenspreis

8. Februar 2010
Ministerin zeichnet fünf Schulen aus

Hannover. Für ihre herausragenden Leistungen in Projekten zu Themen wie Verständigung, Integration, Extremismusprävention und friedlichem Zusammenleben hat die Niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann heute vier niedersächsische und eine polnische Schule mit dem Schülerfriedenspreis 2009 ausgezeichnet.

"Die Bewerbungen zeigen, mit welcher Kreativität, welchem Interesse und welcher Professionalität sich unsere Schülerinnen und Schüler unterstützt von ihren Lehrkräften historischen und politischen Themen widmen. Dabei scheint vor allem die Entwicklung von Theaterstücken eine immer größere Bedeutung zu bekommen, um Jugendlichen einen Zugang zu den Themen zu ermöglichen", sagte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann beim Empfang im Gästehaus der Landesregierung in Hannover.

"Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr nach außen deutlich sichtbares Engagement. Sie tragen dazu bei, dass in unseren Schulen und damit in unserem Land ein Klima der Verantwortlichkeit entwickelt und erhalten wird."

Preisträger des Schülerfriedenspreises 2009 sind das Gymnasium Antonianum Vechta (1. Preis), die Pestalozzischule Rinteln sowie das Windthorst-Gymnasium Meppen gemeinsam mit dem XX Liceum Ogólnoksztalcace Danzig (jeweils 2. Preis) sowie die Haupt- und Realschule Waldschule Hatten (3. Preis). Der Schülerfriedenspreis wird in Niedersachsen seit 1993 jedes Jahr vergeben.
Die ausgezeichneten Projekte im Überblick:

1. Preis (1.000 Euro): Projektgruppe ACTivity des Gymnasiums Antonianum Vechta

Auszeichnung der Eigenproduktion des Musiktheaterprojekts "Voll verboten" zum Thema 20 Jahre Mauerfall. Diese Kooperation zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern widmet sich der Aufarbeitung der Situation im geteilten Deutschland und vor allem dem Thema 'Jugend in der ehemaligen DDR’. Das Stück dient dem Abbau von Vorurteilen und der besseren Verständigung von Ost und West sowie der Entwicklung von Eigeninitiative und Teamfähigkeit. Es hat neun Schul-Aufführungen und weitere Gastspiele gegeben, die sehr aufwändig gestaltet waren.

2. Preis (700 Euro): Klasse 10 der Pestalozzischule Rinteln (Förderschule
Schwerpunkt Lernen)

Auszeichnung für das Theaterstück "Den Schuh zieh ich mir an" zum Geburtstag des Grundgesetzes. In kleinen unterschiedlichen Szenen aus dem Alltagsleben geht es um die Grundrechte, z. B. um die ungleiche Behandlung bei Ladendiebstahl, je nachdem, ob es sich bei dem Täter um einen Jugendlichen oder um den örtlichen Arzt handelt. Teilnahme am Theaterwettbewerb für Schulen im Landkreis Schaumburg, bei dem die Pestalozzischule in die Endausscheidung kam.

2. Preis (700 Euro): Windthorst-Gymnasium Meppen gemeinsam mit dem XX Liceum Ogólnoksztalcace Danzig

Auszeichnung für das Theaterstück "Ich blickte in die Zukunft und sah…" und drei weitere Projekte (zur Kriegsgräberfürsorge, Präventionstag, Schulpartnerschaft). Für das Theaterstück haben deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte über einen Zeitraum von zwei Jahren acht Szenen zu Eckpunkten deutsch-polnischer Geschichte geschrieben und inszeniert. Anlass war der seit zehn Jahren bestehende deutsch-polnische Schüleraustausch beider Schulen. Es gab bereits mehrere Aufführungen, auch bei den deutsch-polnischen Kulturtagen in Danzig.

3. Preis (600 Euro): Hauptschulklasse 10 der Haupt- und Realschule Waldschule Hatten

Auszeichnung für die Ausstellung "Erinnerte Vergangenheit" im Landesmuseum
Oldenburg. Mit großem persönlichem Einsatz haben die Schülerinnen und Schüler eine sehr gut vor- und aufbereitete Austellung über den Nationalsozialismus - soweit möglich, mit Oldenburger Bezug - erarbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Oldenburg sind zwölf Zeitbilder entstanden. Wegen des großen Andrangs wurde die Ausstellung verlängert.

Samstag, 7. November 2009

In Bewegung

7. November 2009
Familienfreundliche Kommunen und Initiativen

Hannover. Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat am Sonnabend fünf freiwillige Initiativen und fünf besonders familienfreundliche Kommunen mit dem Niedersächsischen Familienpreis 2009 ausgezeichnet. "Der Familienpreis hat mittlerweile eine lange Tradition in Niedersachsen - ehrenamtliches Engagement und nun zum 2. Mal auch kommunales Engagement für Familien wird gewürdigt - und dies nicht nur mit Worten und einer Urkunde, sondern unsere Preise sind mit einer Summe von insgesamt 50.000 Euro auch hoch dotiert", sagte Mechthild Ross-Luttmann anlässlich der feierlichen Preisübergabe.

Der Niedersächsische Familienpreis stand dieses Jahr unter dem Motto "Familien in Bewegung!". "Das diesjährige Thema ist von elementarer Bedeutung für unsere Gesellschaft", stellte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin fest. "Gerade für Kinder gilt: Bewegung macht schlau! Denn wenn sich Kinder bewegen, macht das nicht nur den Körper fit, sondern auch den Kopf. Und ich bin davon überzeugt, das gilt auch für uns Erwachsene."

Der besondere Dank der Ministerin ging an Herrn Dr. Hubert Meyer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Niedersächsischen Landkreistages, als Vorsitzender der Jury und an die Klosterkammer Hannover für die finanzielle Unterstützung. Dr. Meyer lobte insbesondere das kommunale familienpolitische Engagement in Niedersachsen "Die niedersächsischen Kommunen sind in Bewegung für Familien! Die enormen Anstrengungen zum Ausbau des Betreuungsangebotes für unter Dreijährige steht exemplarisch dafür. Und sie unterstützen die Familien, in Bewegung zu kommen." Die Jury hatte dieses Jahr die Qual der Wahl und hat in der Sparte Freiwillige Initiativen zwei 1. Preise und drei 2. Preise vergeben - und zwei mit jeweils 500 Euro dotierte Anerkennungen ausgesprochen. In der Sparte der Familienfreundlichen Kommunen dagegen gibt es einen klaren Spitzenreiter, die Plätze zwei und drei sind aber ebenfalls doppelt belegt.

Freiwillige Initiativen:

Familien in Bewegung!

1. Preis: 6000 Euro erhält die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte Paul-Gerhardt aus Lüneburg für ihre Familien-Wochenend-Angebote. Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Bereits seit 16 Jahren werden Kinder und Eltern am Wochenende gemeinsam aktiv - die Unternehmungen reichen von Schwimmen bis Inline-Skaten, von Reiten bis zu Sporttagen. Die Idee setzt gegen die Langeweile am Wochenende ein attraktives Familienleben.

1. Preis: Ebenfalls 6000 Euro erhält die BewegungsInitiative Oldenburg e.V. zusammen mit dem Spielmobil Spielefant für die Spiele-Sonntage in Oldenburg. Das Projekt wurde 2005 von beiden Initiativen zusammen mit der Evangelischen Familienbildungsstätte und der Stadt Oldenburg ins Leben gerufen. Im Sommer gibt es an drei Standorten in Oldenburg sonntags anderthalb Stunden Bewegungsspiele für Jedermann und Jederfrau - im Winter die Wiederholung als sogenannte "Winterspiele". Auf diese Weise kommen rund 2500 Kinder und Erwachsene in Bewegung.

2. Preis: 4000 Euro erhält der Christophorus Kindergarten für sein umfassendes familienbezogenes Bewegungsangebot, das alle Generationen einschließt. In regelmäßigen Abständen organisiert der Kindergarten zum Beispiel ein Sportfest, an dem auch Eltern und Geschwister teilnehmen sowie Waldtage für Väter und ihre Kinder.

2. Preis: Ebenfalls 4000 Euro erhält die Kirchengemeinde Pöhlde für ihr Projekt "Sommerdorf", bei dem Kinder und Jugendliche zusammen mit Eltern und Großeltern Häuser errichten, gemeinsam Mahlzeiten zubereiten, Werkzeuge, Musikinstrumente und Kleidung herstellen. Kopf und Körper bewegen sich hier, um Neues zu erschaffen.

2. Preis: Ebenfalls 4000 Euro erhält der evangelisch-lutherische Kindergarten Mahlum für das Großeltern-Kind-Turnen. Seit acht Jahren fahren rund 50 Großeltern mit ihren Enkelkindern regelmäßig in einem großen Bus zum Sporttag in eine Turnhalle. Jung und Alt kommen gemeinsam in Bewegung.

Eine mit 500 Euro dotierte Anerkennung erhalten die 10-jährige Leonie Greshake und die elfjährige Tale Sadikay aus Glandorf. Die beiden Mädchen haben ihr Wohnviertel "in Bewegung gebracht". Sie malten Einladungszettel und seit 2008 spielen die Familien im Sommer jeden Donnerstagabend Völkerball. Rund 30 Menschen aus 16 Familien und vier Nationen im Alter von 5 bis 50 Jahren sind mit von der Partie.

Ebenfalls mit 500 Euro dotiert ist die Anerkennung, die das Projekt Fahrrad-Werkstatt des Kinder- und Jugendzentrums "SELAM" aus Braunschweig erhält. Um gemeinsam Ausflüge in einen Park zu machen, werden in der Fahrradwerkstatt alte Fahrräder auf Vordermann gebracht - gleichzeitig können bei Bedarf auch Mütter gleich noch das Fahrradfahren lernen.

Familienfreundliche Kommunen:

Kommunen für Familien in Bewegung!

- Familien im Blick bei Freizeit, Sport und Kultur -

1. Preis: 10 000 Euro erhält die Stadt Wolfsburg für das Projekt "Wohlfühlstadt - Lust an Familie. Besonders an dem Konzept ist aus Sicht der Jury, dass die Stadt das "Wohlfühlen" in der Kommune mit Familienfreundlichkeit verknüpft. Das Konzept fußt auf einem breiten Netzwerk und äußert sich auf vielfältige Weise. Projekte wie "Schule singt", das Figurentheaterfestival, das "Grüne Jahr der Baukultur" und betreute Feriensportwochen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Ganzen. Der hohe Stellenwert, den das Projekt für die Kommune hat, spiegelt sich außerdem im Budget der Kommune. Wolfsburg ist damit in diesem Jahr von der Jury zur familienfreundlichsten Stadt Niedersachsens gekürt worden.

2. Preis: 5000 Euro erhält die Samtgemeinde Isenbüttel im Landkreis Gifhorn für das Projekt "Sport am Tankumsee". Obwohl die Gemeinde nur 15.322 Einwohnerinnen und Einwohner hat, gelingt es ihnen seit 7 Jahren für die Veranstaltung "Sport am Tankumsee" und das dazugehörende Drachenbootrennen 15.000 Besucherinnen und Besucher in die Samtgemeinde zu locken. Damit stellt die kleine Gemeinde ein echtes Großereignis auf die Beine und hat; ein Sport-Netzwerk mit 250 ehrenamtlich Aktiven geboren. Das "Fest von Menschen für die Menschen" hat die Jury überzeugt.

2. Preis: 5000 Euro erhält die Samtgemeinde Amelinghausen für ihr Konzept "Attraktivität durch Vielfalt". Amelinghausen ist bereits zum zweiten Mal unter den Preisträgern. . Auch beim diesjährigen Thema des Wettbewerbs konnte die Gemeinde überzeugen. Amelinghausen wird ausgezeichnet für sein umfangreiches Konzept "Stärkung der generationenübergreifenden Vielfalt".

3. Preis: 2500 Euro erhält die Stadt Hildesheim für das Netzwerk "Hildesheim in Bewegung". Die Jury ist beeindruckt vom umfassenden Hildesheimer Netzwerk, gesteuert vom Dezernat für Jugend, Soziales, Schule, Sport und Kultur. Die zentrale Steuerung und die systematische Herangehensweise an das Thema Familienfreundlichkeit in Freizeit, Sport und Kultur der Stadt können als Vorbild für andere dienen.

3. Preis: 2500 Euro erhält die Stadt Soltau für den "Spielraum Soltau". Die Jury lobt, dass die Stadt Soltau ihren Prozess einer Leitbildentwicklung dazu genutzt hat, eine familienfreundliche "Freizeit-Infrastruktur" zu entwickeln. Ergebnis sind vielfältige Angebote, für Freizeit und Alltag, für Alt und Jung.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Nachruf auf einen Freund: Bengt Pflughaupt

7. Oktober 2009
Bis zuletzt unterwegs für die Christoffel-Blindenmission

„Die Sonne erscheint vor Kraft strotzend am Horizont.“ Dieser Satz steht in einem Buch von Bengt Pflughaupt. Geschildert wird ein „langer Lauf ins Licht“, der 1995 für Henry Wanyoike aus Kenia begonnen hat. Nach einem Schlaganfall ist der inzwischen 35-Jährige blind, sitzt in einem Rollstuhl, rappelt sich wieder auf und macht weltweit Schlagzeilen als Marathonläufer und als Botschafter der Christoffel-Blindenmission (CBM).


Die Landsleute von Henry Wanyoike fiebern mit, fahren ihn zum Training, helfen ihm, wo sie können. Ein halbes Jahr lang teilt Bengt Pflughaupt seinen Alltag, wohnt mit ihm in einem Zimmer und begleitet ihn überall hin. Daraus entsteht eine Freundschaft zwischen dem ehemaligen „Bild“-Polizeireporter und dem blinden Läufer, der im Jahre 2000 in Sidney bei den Paralympics Gold geholt hat, obwohl sein Führungsläufer kurz vor dem Ziel strauchelte. Beide schleppen sich ins Ziel.

Als Journalist gestrauchelt ist Bengt Pflughaupt nie, auch nicht, wenn man ihn ins Gefängnis steckte. In Irland jagt er die Terroristin Mc Guire, die in Hannover gebombt hat, er stöbert einen Polizistenmörder auf, er hebt in Hannover mit dem Landeskriminalamt die „Pizza-Connection“ aus, bis nach Spanien reist er zu einem angeblichen „Wunderheiler“, der dort mit dem Krebskind Olivia Zuflucht sucht, auf den Cayman-Inseln ertappt er US-Großbanken bei Drogengeschäften.

Doch jetzt hat Bengt Pflughaupt die Kraft verlassen. Bis zuletzt ist der 47-Jährige für die Christoffel-Blindenmission unterwegs gewesen, vor einer Woche ist er in seinem Haus in Neustadt am Rübenberge nicht wieder aufgewacht.

Bengt Pflughaupt ist auch mein Freund, kennen gelernt habe ich ihn in einem Fachzeitschriftenverlag, ich war Redakteur, er Volontär. Manchmal fuhr er nicht nach Hause, blieb im Verlag, um ein Fußballspiel nicht zu verpassen. Dann wechselte er zur „Neuen Presse“ in Hannover, anschließend zur „Bild-Zeitung“. Später arbeitete er für viele Medien, pendelte zwischen Frankreich, Österreich und Deutschland hin und her. Zuletzt sagte er: „Ich habe keine Lust mehr, mich als Polizeireporter in dunklen Ecken herumzudrücken.“ Werbung für die Christoffel-Blindenmission wurde zu seiner Mission. Fünf Monate lang habe ich ihm dabei geholfen, in Hannover wollten wir ein gemeinsames Redaktionsbüro gründen.

Das hat er nun woanders. Wahrscheinlich sitzt er gerade mit Ernest Hemingway und Egon Erwin Kisch zusammen, erklärt ihnen, wie sich der „klassische Journalismus“ von damals vom heutigen Journalismus unterscheidet, plant aber trotzdem mit ihnen die Gründung einer Zeitung. Die erste Schlagzeile könnte lauten „Wir sind der Himmel!“ Denn auch so ist Bengt Pflughaupt immer gewesen: Man macht etwas zu 100 Prozent - oder gar nicht.

Ob er Zeit haben wird, sich von oben seine eigene Beerdigung anzuschauen, ist nicht sicher - aber, lieber Bengt, nimm dir morgen um 11 Uhr die Zeit, die du jetzt in Hülle und Fülle hast. Der Tod kennt keinen Redaktionsschluss.

Donnerstag, 10. September 2009

Fußballfanprojekte gegen Rechts

10. September 2009
Fans gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit

Er ist schnell gewesen, er lief gebückt und hatte eine linke Klebe, er feierte viele sportliche Erfolge und wurde 1911 zum ersten Mal in die deutsche Fußballnationalelf berufen: Julius Hirsch, der als 50-Jähriger am 1. März 1943 mit elf weiteren badischen Juden nach Auschwitz-Birkenau verschleppt wurde. Sein letztes Lebenszeichen war eine Postkarte vom 3. März 1943: „Meine Lieben. Bin gut gelandet, es geht gut. Komme nach Oberschlesien, noch in Deuschland. Herzliche Grüße und Küsse, euer Julle.“

2005 hat der Deutsche Fußballbund (DFB) einen Preis nach diesem Fußballer benannt. Das Motto lautet: „Der DFB sagt Nein zu Diskriminierung.“ Preisträger in diesem Jahr sind „Die Löwen-Fans gegen Rechts“ aus München, die „Hintertorperspektive“ aus Jena und das Fanprojekt Hannover.

„Die Preisträger haben sich beispielhaft für die Würde der Menschen, gegen Antisemitismus und Rassismus, für Verständigung und gegen Ausgrenzung, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit eingesetzt“, würdigte der niedersächsische Sportminister Uwe Schünemann die Ausgezeichneten. So sorge das Fanprojekt Hannover seit Jahren dafür, dass die Heimspiele von Hannover 96 „ohne größere Ausschreitungen im und um das Stadion herum ablaufen“. Dieses Ziel werde gemeinsam mit anderen Initiativen verfolgt.

Vom DFB bekommen die ausgezeichneten Projekte 10 000 Euro für den ersten, 6 000 Euro für den zweiten und 4 000 Euro für den dritten Platz. Einen Ehrenpreis bekommt der „Zeit“-Chefredakteur Giovanni die Lorenzo. Begründung der Jury, zu der Bundesinnenminister a. D. Otto Schily, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Dr. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Professor Dr. Maria Böhmer, Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Oliver Bierhoff, Teammanager der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Valentin Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender von Hannover 96, der Fußballnationalspieler Patrick Owomoyela sowie Vertreter der Kirchen und der Familie Hirsch gehören: "Giovanni di Lorenzo bezieht in seinem journalistischem Wirken seit vielen Jahren eindeutig und kompromisslos Position gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus." Der Ehrenpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.